Was ist RAG einfach erklärt?
RAG steht für Retrieval-Augmented Generation. Zwischen Frage und Antwort schiebt das System einen Schritt: Es sucht zuerst in einer kuratierten Wissensbasis nach passenden Belegen, legt diese dem Sprachmodell vor und lässt es daraus antworten. Aus generischem Sprachvermögen wird firmenspezifisches Wissen, ohne dass das Modell selbst etwas dazulernt.
Was ist der Unterschied zwischen RAG und Fine-Tuning?
Beim Fine-Tuning verändern Sie das Modell selbst, es lernt Ihre Daten mit. Bei RAG bleibt das Modell unverändert und bekommt die Belege zur Laufzeit vorgelegt. Für Firmenwissen, das sich laufend ändert, ist RAG der pragmatischere Weg: Sie pflegen die Wissensbasis und lassen das Modell in Ruhe.
Verhindert RAG Halluzinationen?
Nein. RAG ist ein Anker, keine Garantie. Das Modell bekommt Belege vorgelegt und kann sich daran orientieren, es kann trotzdem danebenliegen. Was hilft: Antworten mit Quellenverweis ausgeben, damit die Prüfung am Original möglich bleibt, und Zahlen deterministisch nachrechnen, statt sie vom Modell bestätigen zu lassen.
Welche Daten gehören in eine RAG-Wissensbasis?
Was geprüft und aktuell ist. In unseren Projekten wird nur gefunden, was einen Owner hat und mit einem Review-Datum markiert ist. Runbooks, Vertragsdetails, Eskalationspfade und Arbeitsanweisungen eignen sich gut. Veraltete Ablagen gehören vorher bereinigt, denn eine schlechte Quelle erzeugt eine schlechte Antwort.
Wo bleiben unsere Daten bei einem RAG-System?
In Ihrer Ablage. Bei Microsoft 365 greift Copilot auf den M365-Index zu, bei Claude läuft der Zugriff über einen OneDrive-Sync. Die Dokumente bleiben, wo sie sind, und werden nicht Teil des Modelltrainings. Das Modell formuliert die Antwort, das Gedächtnis bleibt bei Ihnen.